Unterwegs in Franken und Hohenlohe

Seit 2008 findet im 2-jährigen Rhythmus eine Wanderwoche des Teck-Neuffen-Gaues im Schwäbischen Albverein statt. Wurden für die beiden ersten Unternehmungen der Hauptwanderweg 1 (HW1) auf der Schwäbischen Alb und die folgenden im Hegau und im Schwarzwald ausgewählt, motivierte dieses Jahr die Gegend in Franken/Hohenlohe. 18 Wanderfreunde begaben sich mit ihrem Rucksack auf die Strecke von Würzburg am Main auf den HW 4 des Schwäbischen Albvereins, der bis an den Bodensee führt.
Durch die belebte Fußgängerzone in Würzburg legte die Wandergruppe ein zügiges Tempo vor und hatte trotzdem Zeit, die Bauwerke der Innenstadt und die Festung Marienberg über dem Main zu bestaunen. Der Main-Donau-Radweg war die ersten beiden Tage  identisch mit dem Wanderweg. Die erste Etappe endete in Sommerhausen im schönen Innenhof eines Weinlokales. Am nächsten Tag ging es weiter mainaufwärts nach Ochsenfurt, den Main überquerend und auf der ehemaligen „Gaubahnstrecke“   ins Städtchen Aub. Leider waren die „Aub’n-Air-Festspiele“ erst im Juli angesetzt. Das liebliche Taubertal begleitete die Wanderer über Creglingen zur „Holdermühle“.
Prachtvoll standen die Getreidefelder am Wanderweg. Blühende Ackerrandstreifen mit Mohn, Sonnenblumen, Kornblumen, Johanniskraut und vieles mehr waren auffallend und wurden von vielen Schmetterlingen und Insekten besucht. Etliche Windkraftanlagen grüßten ringsum am Horizont. Eine restaurierte Keltenschanze bei Finsterlohr Burgberg – ähnlich des Zangentores bei Erkenbrechtsweiler – zeugte von der frühen Besiedlung dieser Gegend. Auf und ab ging es nun dem sehenswerten und sehr belebten Städtchen Rothenburg o. d. T. entgegen: Fachwerkhäuser, Stadttore, Kirchen, Türme und enge Gassen bilden ein einmaliges Stadtbild. Tilmann Riemenschneider hinterließ in dieser Gegend seine aus Holz geschnitzten Kunstwerke. Ein Rundgang mit dem Nachtwächter war ein Höhepunkt dieses Wandertages. Humorvoll schilderte er einiges aus der Stadtgeschichte des Mittelalters, so den Begriff der „Torschlusspanik“. Er beschrieb die Situation der Rothenburger Bürger, die sich tagsüber außerhalb der Stadtmauern aufhielten, vor dem Schließen der Stadttore unbedingt zurück sein mussten und deshalb in Panik gerieten.
Bei der nächsten Etappe durch das Schandtaubertal waren der Empfang in einem Privatquartier und ein Grillabend bei traumhaft schönem Wetter der Höhepunkt des Tages. Am folgenden Tag begleitete der Quartiergeber nach dem Frühstück die Gruppe zur Dorfkirche und erklärte deren Geschichte. Nach einem gemeinsam gesungenen Kanon ging es weiter. Über den „Jagststeig“ im Hohenloher Land erreichte die Gruppe das vorletzte Quartier in Crailsheim. Am anderen Morgen stand die „Königsetappe“ zum Baumhaushotel in Hütten an. Sie führte über den „Burgbergturm“ des Schwäb. Albvereins, durch fast endlose Mischwälder der Ellwangen Berge zur romantischen Übernachtung in Baumhäusern. Die letzte Etappe der Wanderwoche endete in Ellwangen mit einem kleinen Stadtrundgang.
Die Begegnungen mit anderen Menschen, mit Natur und Kultur sind Höhepunkte bei solchen Wanderungen. Interessant war das Gespräch mit einem jungen Holländer, der ab Rotterdam auf dem Europäischen Fernwanderweg E8 nach Griechenland unterwegs ist. Die Bahn brachte die Teilnehmer aus Unterboihingen, Oberboihingen, Nürtingen, Großbettlingen und Ohmden wieder zurück. Den sechs Wanderführern, die sich die Organisation aufgeteilt hatten und dem Fahrer des Begleitfahrzeugs für evtl. Notfälle galt zum Schluss ein besonderer Dank.