Wandergruppe des Gaues auf dem Westweg

Zu Fuß durch den Nord-Schwarzwald 2014

Eine Wandergruppe mit 21 Teilnehmern des Teck-Neuffen-Gaues im Schwäbischen Albverein und zwei Wanderfreunden aus Haguenau/Elsass wanderte in sieben Etappen auf dem Westweg über die Höhen des Schwarzwaldes von Pforzheim nach Hausach im Kinzigtal. Über Täler und Berghöhen von 1000 m führte die Wanderstrecke über 145 km mit herrlichen Aussichten über den Schwarzwald mit seinen engen und tiefen Tälern und der Rheinebene zu den jeweiligen Tageszielen.
Die von den Wanderführern Hannelore und Richard Haußmann und Erich Haas  vorbereitete Wanderwoche startete mit der Bahn in Oberboihingen. Die dicken Rucksäcke und das einheitliche T-Shirt verrieten das Vorhaben. Vom Hauptbahnhof in Pforzheim ging es nach dem Besuch der Schlosskirche durch die Innenstadt auf dem Uferweg der Enz dem Westweg-Portal „Kupferhammer“ entgegen, dem eigentlichen Ausgangspunkt des Westweges.

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Nach kurzem Anstieg auf die Nagoldhöhen und über die Enzhalde der Enz entlang, erreichte die Gruppe das schöne Wanderheim des Schwarzwaldvereins in Neuenbürg. Nach der Schlossbesichtigung mit einer Darstellung des Märchens „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff ging es wieder zurück ins Wanderheim zur Übertragung des zweiten Vorrundenspiels der Deutschen Mannschaft bei der WM und zum Abendessen.
Am zweiten Tag führte die Wanderstrecke vom Dreimarkstein bei Dobel nach Kaltenbronn. Blühende Orchideen und Fingerhüte in allen Größen grüßten die Wandergruppe am Wegesrand. Herrliche Ausblicke in die Rheinebene waren der Lohn für die Anstrengungen. Am Tag darauf stand die „Königsetappe“ der Woche bevor. Am Hohlohturm (Kaiser-Wilhelm-Turm) vorbei und auf einem Schwellenpfad durch ein Hochmoor ging es auf schattigen Wegen nach Forbach ins Murgtal. Vor dem Abstieg konnte vom „Latschigfelsen“ ein herrlicher Ausblick ins ehemalige Tal der Flößer und zu den Vogesen genossen werden. Der anschließende Aufstieg zur Schwarzenbachtalsperre und zur „Badener Höhe“ verlangte von den Wanderern die letzten Reserven.
Vom Quartier „Bergwaldhütte Sand“, über Unterstmatt, war am nächsten Tag bald die Hornisgrinde, der höchste Berg des Nordschwarzwaldes, erreicht. Straßburg und die Vogesen grüßten von der Ferne. Auch dem Mummelsee wurde ein Besuch abgestattet, bevor das Tagesziel „Darmstädter Hütte“ die Wanderer empfing. Pünktlich zum Start der nächsten Etappe über den „Ruhestein“ war unser Tagesgast und Mitwanderer Manuel Andrack, der als Moderator und Wanderbuchautor sich besonders für das Wandern einsetzt, eingetroffen. Von oben wurde kurz der Blick zum Wildsee genossen und am Urnengrab Julius Eutings, dem Gründer des Vogesenclubs und des Deutschen Wanderverbandes, gedacht.
Eine Mitarbeiterin vom Naturschutzzentrum Ruhestein begleitete die Gruppe von hier aus mit geologischen Beiträgen vom „Urknall“ bis zur „Jetztzeit“ und beantwortete Fragen der Teilnehmer über die Entstehung der „Grinden“ und über den Nationalpark. Ein Besuch des Lotharpfades war sicher der Höhepunkt dieser Tour. Wie sich die Natur in 15 Jahren nach dem gewaltigen Orkan entwickelt, darüber konnte jeder nur staunen. Nach vielen Eindrücken und einer langen Etappe wurde die Unterkunft in Kniebis-Dorf erreicht. Kurz vor dem Tagesziel verabschiedete sich die Wandergruppe von ihrem Gast Manuel Andrack.
Auf einem schönen Höhenweg mit meist schmalen, nadelgepolsterten Pfaden ging es dem letzten Quartier entgegen. Dem tief unten liegenden „Glaswaldsee“ wurde ein kurzer Blick gewidmet, bevor sich wieder eine herrliche Aussicht bot. Mit dem Harkhof, einem Bauernhof mit Gasthof und Übernachtungsquartieren war das Tagesziel erreicht.
Die letzte Tour führte über den Käppelehof und den Spitzfelsen nach Hausach zum Bahnhof. Von dort wurde per Bahn die Heimreise angetreten. Nach sieben sonnigen Wandertagen waren alle Teilnehmer zwar müde, aber voller schöner Eindrücke und stolz über ihre erbrachte Leistung und träumen von einer Fortsetzung.